Das ehrliche Interview: Svenja Hofert “Ich habe feste Inseln der Erholung”

Den Profis auf die Finger geschaut
Was ist eigentlich das Geheimnis der Menschen, die echt viel um die Ohren haben, und trotzdem nicht durchdrehen? Wie gelingt es ihnen, ihre Arbeit und/oder Leidenschaft als Quelle der Freude zu bewahren – und nicht im Trubel von Zeitdruck und Ansprüchen an sich selbst unterzugehen? 
Ab heute stelle ich genau diese Frage ein paar Menschen, die ich persönlich als total produktiv und leidenschaftlich erlebe. Und vielleicht inspirieren die Antworten Dich/Sie für Deinen/Ihren eigenen Alltag.

Das wäre fein. Herzlichen Gruß. Carola Kleinschmidt

Svenja Hofert, Karrierecoach in Hamburg und die einzige Person in meinem Bekanntenkreis, die svenja-hofertjede neue Erfindung im Bereich Social Media einfach nur spannend findet (und nicht als Zeitfresser bejammert) – weil sie den Austausch und die Abwechslung so gerne mag.

Liebe Svenja, Du bist Coach, Sachbuch- Autorin, hast gerade die Karriereexpertenakademie gegründet und bloggst drei Mal die Woche. Wie schaffst Du es, dass Du Dich nicht ständig gehetzt fühlst?

Svenja Hofert: Es sind drei Sachen: Ich habe mit den Jahren gelernt, mir meine Energie und Arbeit wirklich gut einzuteilen. Ich arbeite meist vier Tage in der Woche mit Klienten. Am fünften Tag lese ich viel und bilde mich selbst weiter. Außerdem coache ich inzwischen meist halbe oder ganze Tage am Stück. Da ist der Coach-Klienten-Kontakt zwar intensiv, fordert totale Aufmerksamkeit und danach bin ich auch alle. Aber mir liegt diese intensive Arbeit mehr als das Stunden-Coaching, das ich früher gemacht habe. Außerdem habe ich meine festen Inseln. Ich mache vier Mal in der Woche Sport. Ganz unterschiedliche Sachen, wie Power Yoga, Workout, Joggen. Und: Ich kann echt gut faulenzen. Vor dem Fernseher liegen und dabei twittern. Da schalte ich voll ab. Allerdings habe ich meist schon nach kurzer Zeit wieder Lust, etwas zu lesen …

Gibt es einen “höheren Sinn” für Dein Engagement, der Dich motiviert?
Svenja Hofert: Ich bin ja Karrierecoach. Aber „Karriere“ an sich interessiert mich komischerweise gar nicht so. Mich treibt an, dass ich wissen und verstehen möchte, was Menschen ausmacht. Was motiviert jemanden? Was sind seine Ziele? Wie funktioniert die Arbeitswelt? Und wie passt das dann zusammen? Ich habe schon immer viel gefragt und will immer noch etwas mehr wissen – um es wieder zu etwas neuem zu verbinden, Altes zu hinterfragen, zu verbessern. Ich verstehe mich als Sparringpartner und Mitdenker, der bei der Klärung unterstützt, aber auch schon mal sehr praktische Hinweise geben kann. Motivieren macht mir auch Freude. Wenn jemand nach dem Coaching sagt: Das hat mir einen tollen Impuls gegeben. Das ist es!

Was war deine größte Lernerfahrung in Sachen Umgang mit Stress in der letzten Zeit
Svenja Hofert: Ich dachte ganz lange, ich wäre eine totale Einzelgängerin. Ich hasse einfach diese Abstimmeritis in Gruppen. Aber ich habe gemerkt: Ich bin gar nicht glücklich als komplette Einzelkämpferin. Das macht einsam. Deshalb habe ich nach drei Jahren Selbstständigkeit Mitarbeiter eingestellt. Dann  habe ich aber festgestellt:Ich brauche auch Sparring-Partner auf Augenhöhe, um mich auszutauschen, jemand der Gegenwind gibt oder eine Idee gemeinsam toll findet. Aus diesem Grund kooperiere ich seit einiger Zeit enger mit Kollegen. Da ist eine Menge Neues in Planung und ich bin selbst gespannt auf das Neue, das da entsteht!

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Bild Karriere mit System_Hofert

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