Stress – und was hilft: Ein Erfahrungsbericht

Beim Blogwichteln kriegt man einen Text geschenkt – und ich habe einen aus meinem beruflichen Netzwerk texttreff von Katrin Zinoun bekommen. Eine schöne Reflexion darüber, wie man es schafft, auch mit den Mega-Stress-Spitzen im Job gut zurecht zu kommen. Hauptberuflich arbeitet Katrin Zinoun im Bereich Lektorat|Übersetzung – außerdem ist sie leidenschaftliche Balkongärtnerin. Danke Katrin! Ich werde Deinen Blog für StadtbalkongärtnerInnen öfter besuchen! 20120620-IMG_0111

In den Klauen des Stress – und wie man sich befreit: “In der letzten Woche habe ich mich nur noch damit motiviert, dass es bald geschafft ist und ich dann endlich mal runter kommen kann.”

“Ende November bekam ich einen Auftrag, den ich unmöglich ablehnen konnte. Ich freute mich riesig, als ich den Auftrag übernahm. Jedoch sollte der Auftrag innerhalb weniger Wochen fertig sein. Das versetzte mich so kurz vor Weihnachten in Stress – teilweise guten Stress, manchmal aber auch nervtötenden Stress.

Der gute Stress ließ mich zur Hochform auflaufen. Ich war motiviert und arbeitete quasi Tag und Nacht. Als Freiberufler kann man sich in so einer Situation keinen Feierabend leisten. Und ich hatte Freude daran. Aberauch die Kinder forderten meine Aufmerksamkeit. Besonders in der Weihnachtszeit gibt es viele Termine, die man als Elternteil wahrnehmen muss. Nachdem ich die Kinder nach der Weihnachtsfeier oder dem Chorkonzert ins Bett gebracht hatte, setzte ich mich wieder an den Schreibtisch. Plätzchen backen, Geschenke besorgen, gemütliche Nachmittage bei Kerzenschein – alles war auf ein Notprogramm zusammengeschrumpft. Eine besinnliche Weihnachtszeit war leider nicht möglich. Auch an den Weihnachtstagen konnte ich nicht richtig zur Ruhe kommen, denn die Übersetzung saß mir im Nacken.

In der letzten Woche habe ich mich nur noch damit motiviert, dass es bald geschafft ist und ich dann endlich mal runter kommen kann. Und das konnte ich. Nachdem ich alle Dateien verschickt hatte, stellte sich ein Gefühl der Erleichterung ein. Es war zwar verbunden mit dem Warten auf ein Feedback vom Auftraggeber, aber dennoch konnte ich erst einmal durchatmen.

Wenn ich so einen großen Auftrag erledigt habe und das Gefühl habe, ich hätte jetzt Urlaub verdient, muss ich aufpassen, nicht in ein tiefes Motivationsloch zu fallen. Zuerst weiß ich gar nicht, was ich als nächstes tun soll. Als Selbstständige kann ich nicht lange nichts tun. Alles muss weitergehen – Buchhaltung, Akquise, usw. Aber nach so einer langen Zeit der Anspannung muss man auch Zeit finden, Kraft zu tanken.

Ich habe in den letzten Tagen nur Kleinigkeiten erledigt: die Stapel auf dem Schreibtisch sortiert; ein paar Rechnungen geschrieben, ein paar Rechnungen bezahlt, mit der Buchhaltung angefangen. So versuche ich, mich wieder an einen normalen Arbeitsalltag heranzuarbeiten. Zum Krafttanken gehe ich in den Garten. Da dort im Moment nichts zu tun ist, schnappe ich mir die Gartenbücher und mache es mir damit auf dem Sofa gemütlich. Und gestern habe ich sogar Mittagsschlaf gemacht. Ich finde das habe ich mir verdient!

 

 

2 Gedanken zu „Stress – und was hilft: Ein Erfahrungsbericht

    1. CKleinschmidt Artikelautor

      Lieber Bernd Litzenberger, vielen Dank für den netten Kommentar. Und den Hinweis auf Ihre gute Stresspräventions-Page!!
      Herzlichen Gruß. Carola Kleinschmidt

Kommentare sind geschlossen.