Fieser Erholungskiller – Gedanken an die Arbeit

Der fieseste Erholungs-Killer sind Gedanken an die Arbeit. Das hat Kai Seiler, Psychologe am LIA (Landesinstitut für Arbeitsgestaltung des Landes NRW) gerade in einer groß angelegten Studie herausgefunden. In der Befragung mit mehr als 1000 Teilnehmern berichten 40 Prozent der Beschäftigten, dass sie generell nicht Abschalten können von der Arbeit. Bei Menschen, die in Projektarbeit tätig sind oder häufig auf Dienstreise, bei befristet Beschäftigten und bei Arbeitnehmern, die bei Bedarf Arbeit mit nach Hause nehmen können, sind es sogar an die 50 Prozent. 23 Prozent der Befragten sagen sogar, dass sie sich überhaupt nicht erholen können, weil sie ständig an den Job denken. 

Das Fazit der Experten: Wir brauchen mehr Aufklärung darüber, dass dauerhafte Leistung und Gesundheit ohne Erholung nicht gelingt – und wir brauchen neue Konzepte der Erholung.
Aber wie sieht das aus? Gerade heute, wo das lange Pfingstwochenende vor der Tür steht, lohnt sich die Frage wirklich. Denn wer will die Feiertage schon verdaddeln, weil er laufend über den Job grübelt? Und dennoch wird es vielen passieren. Hier ein paar Tipps, wie man den Abstand zur Arbeit hinkriegt – und den Kopf frei für die anderen Dinge im Leben, die einem wichtig sind.

Die Weichen fürs Wochenende stellen sich schon am Freitag Mittag! Gehören Sie auch zu denen, die schon am frühen Nachmittag hektisch auf die Uhr schauen, weil sie unbedingt noch diese und jene Aufgabe fertig machen wollen/müssen? Das verdirbt Ihnen nur die Laune und macht noch mehr Druck. Besser: Sie nehmen sich am Freitag mittag schon 15 Minuten Zeit – und überlegen, was Sie heute noch realistisch fertig kriegen können. Jetzt haben Sie noch genug Zeit, um die anderen darüber zu informieren, die eventuell mit an Ihrem Projekt hängen. Sehr oft stellt sich dann heraus, dass die auch nicht so weit voran gekommen sind wie sie wollten – und es gar nicht schlimm ist, dass Ihr Part erst nach den Feiertagen kommt. Nach dem kleinen Check können Sie Ihren Job fertig machen und die Woche gut abschließen – ohne durchzudrehen.

Bewegung macht den Kopf frei fürs Wochenende: Wenn immer es möglich ist, versuchen Sie am Freitag Abend in Bewegung zu kommen. Nichts baut effektiver Stress-Hormone ab und macht den Kopf frei. Sie können vom Job nach Hause laufen oder radeln, wenn das möglich ist. Oder Sie gehen direkt zum Sport. Sie werden merken, dass die Gedanken an den Job danach ein ganzes Stück weiter weg gerückt sind und nicht mehr so präsent in Ihrem Kopf wummern.

Unterschätzen Sie nicht den Stress-Kater: Gerade wenn die Woche turbulent war, kann es gut sein, dass Sie am Samstag morgen gar keine gute Laune haben. Oftmals ärgert man sich dann und denkt: “Auch das noch! Da ist Wochenende und die Laune im Keller. Mist!” Was die meisten nicht wissen: Wir brauchen etwas Zeit, um vom High-Speed-Tempo der Jobwelt auf die Eigenzeit am Wochenende umzuschalten. Und diese Zwischenzeit fühlt sich oft nicht gut an. Lassen Sie sich die Zeit. Ein angenehmes Ritual, wie der Einkaufsbummel über den Markt oder der Spaziergang zum Lieblings-Bäcker, kann helfen, den Stresskater abzuschütteln. Vermutlich hebt sich schon dabei Ihre Laune von selbst. Und Sie können sich jetzt wirklich auf und über die freie Zeit freuen.

Schöne Pfingsten wünscht Ihnen
Carola Kleinschmidt