Archiv für den Monat: Februar 2013

Warum es entspannend sein kann, sich zu verlaufen

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In meinen Vorträgen frage ich die Teilnehmer oft: Wobei schalten Sie mal völlig ab? Was ist für Sie Entspannung total?

Jedesmal bin ich erstaunt über die vielen verschiedenen Antworten. Und oft inspiriert mich einer der Tricks und manche bringen mich und die anderen zum Lachen. Zum Beispiel die Lieblings-Entspannungs-Beschäftigung einer Frau: Schoppen ohne kaufen. Damit meint sie: Man geht in Läden, die man richtig schön und schick findet. Möbel oder Kleidung, Technik oder Autos – völlig egal. Und dann genießt man das ganze Ambiente wie einen Museumsbesuch, ohne die Absicht etwas zu kaufen. Man lässt sich einfach von den schönen Dingen inspirieren, von Farben, feinen Stoffen, Hightech-Klang aus Super-Boxen oder macht sogar eine Probefahrt im Flitzer. Ein bisschen Verrücktsein fürs Freiheitsgefühl.

Ein Mann erzählt: Er setzt sich spät abends oder nachts ans Klavier und spielt im Dunkeln – taucht in eine schöne Traumwelt ab. Eine Frau verläuft sich öfter mal absichtlich in ihrer eigenen Stadt und genießt es, mit dem offenen Blick der Fremden durch die Straßen zu gehen.

Seltsam, dass offensichtlich gerade die völlig nutzlosen Dingen das Zeug zum Entspannungs-Booster haben.

Sinnlose Leidenschaft beflügelt das Gehirn

Meine Kollegin Anne Otto, Psychologin und Journalistin, hat letzt recherchiert, warum das so ist. Sie fand heraus: „Immer wenn wir etwas mit Freude und Spaß an der Sache tun, kommen wir in einen anderen Bewusstseinszustand, den mittlerweile schon recht bekannten Flow-Zustand. Wenn wir im Flow sind, schalten sich die vorderen Hirnareale, die fürs Grübeln, für Zielfindung und Zukunftspläne zuständig sind, komplett ab. Die Führung übernehmen Hirnteile, die für die Wahrnehmung, für das Sehen, Hören, Riechen zuständig sind und die über bestimmte Verschaltungen im Gehirn auch positive Emotionen und Glücksgefühle auslösen. Die Entspannung kommt also dadurch zu Stande, dass wir uns mit den angenehmen Beschäftigungen in einen Bewusstseinszustand katapultieren, in dem wir sorglos und frei sind.

Ich persönlich finde die Idee, mich in meiner Stadt Hamburg einfach mal ein wenig zu verlaufen sehr attraktiv. Sobald der Frühling hier ein wenig in die Puschen kommt, werde ich das tun – und freue mich schon jetzt darauf.

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Und zu gerne würde ich von Ihnen wissen: Was entspannt Sie? Welche mehr oder minder verrückten Relax-Tipps können Sie mir und anderen empfehlen?

Herzliche Grüße

Carola Kleinschmidt